Schweiz

Schweizer Uhrenindustrie unter Druck durch neue US-Zölle

Die USA sind der wichtigste Absatzmarkt für Schweizer Luxusuhren. Neue amerikanische Zölle treffen die Branche ausgerechnet in einer Phase, in der der starke Franken die Preise ohnehin schon belastet.

By City PM
Detailaufnahme einer mechanischen Armbanduhr

Die Schweizer Uhrenindustrie hat wirtschaftliche Turbulenzen in ihrer langen Geschichte immer wieder überstanden – von der Quarzkrise der 1970er Jahre bis zur Finanzkrise 2008. Die aktuelle Kombination aus neuen amerikanischen Einfuhrzöllen und einem historisch starken Schweizer Franken stellt die Branche dennoch vor eine ungewöhnlich unangenehme doppelte Belastung.

Die USA zählen traditionell zu den wichtigsten Absatzmärkten für Schweizer Luxusuhren, sowohl für etablierte Marken als auch für kleinere unabhängige Manufakturen. Neue Zölle auf Schweizer Importe verteuern Uhren für amerikanische Käufer zusätzlich zu einem ohnehin schon währungsbedingt hohen Preisniveau.

Eine Schweizer Uhr war schon vor den neuen Zöllen ein Luxusgut. Die Frage ist, ab welchem Preis selbst zahlungskräftige Käufer zu anderen Marken wechseln.

USAzählt traditionell zu den größten Exportmärkten der Schweizer Uhrenindustrie

Warum der starke Franken das Problem verschärft

Der Schweizer Franken gilt seit Jahrzehnten als sicherer Hafen in Zeiten globaler Unsicherheit, was in Krisenphasen regelmäßig zu einer weiteren Aufwertung führt – unabhängig davon, ob diese Aufwertung für Schweizer Exportbranchen günstig ist. Für die Uhrenindustrie bedeutet ein starker Franken, dass ihre Produkte in Fremdwährung gerechnet bereits teurer werden, noch bevor zusätzliche Zölle hinzukommen.

Die größeren Schweizer Uhrenkonzerne verfügen über genug Preissetzungsmacht und Markentreue ihrer Kundschaft, um einen Teil dieser zusätzlichen Kosten aufzufangen, ohne signifikante Absatzeinbußen zu riskieren. Kleinere, unabhängige Manufakturen mit dünneren Margen und weniger Preisspielraum spüren den Druck deutlich unmittelbarer. Für sie könnte die Kombination aus Zöllen und Frankenstärke darüber entscheiden, ob der US-Markt für sie überhaupt wirtschaftlich tragfähig bleibt.

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