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Ihre Pressemitteilungen sind für KI unsichtbar – und das ist jetzt ein Thema für die Chefetage

Zahlen von Google, OpenAI und McKinsey zeigen denselben Wandel: Marken müssen künftig in KI-Antworten zitiert werden, nicht nur in Suchergebnissen auftauchen. Für die meisten Kommunikationsteams ist diese Lücke bereits gefährlich.

By City PM
KI-Suchoberfläche mit leuchtenden neuronalen Netzwerkverbindungen

Jahrelang hatten Unternehmenskommunikationsteams eine bequeme Annahme: Mitteilung veröffentlichen, Medienecho erhalten, Backlink aufbauen, warten, bis Google es indexiert.

Dieses System ist nicht tot. Aber es reicht nicht mehr aus.

Die erste Recherchephase verlagert sich von einer Seite mit Suchergebnissen hin zu KI-generierten Antworten. Käufer müssen nicht mehr „beste Unternehmenssoftware für Compliance“ suchen, fünf Tabs öffnen und Anbieter-Websites vergleichen. Sie können ChatGPT, Claude, Perplexity, Gemini oder Google AI Overviews nach einer Shortlist fragen.

Das schafft ein neues Problem für Marken. Die Pressemitteilung mag existieren. Die Website mag online sein. Die SEO-Strategie mag solide sein. Aber wenn ein KI-System die Behauptung nicht verstehen, die Quelle nicht einordnen oder den Beleg nicht prüfen kann, fehlt die Marke möglicherweise in der Antwort.

Deshalb werden KI-Zitationen zu einem ernsten Marketing- und Reputationsthema. Nicht weil Unternehmen sich in ChatGPT einkaufen können, sondern weil sie ihre Fakten für Maschinen und Menschen leichter überprüfbar machen müssen.

Das Ausmaß des Wandels

Die Zahlen lassen sich mittlerweile kaum noch beiseiteschieben. Beim Google I/O 2026 bezeichnete Sundar Pichai, CEO von Google und Alphabet, den AI Mode als „unser größtes Upgrade der Suche überhaupt“. Die Nutzerzahlen sprechen für sich:

Diese letzte Zahl ist diejenige, die viele Marketingteams noch nicht verinnerlicht haben. KI ist nicht einfach ein weiterer Publikationskanal. Sie wird zu einer beratenden Instanz.

Wenn ein KI-System die Behauptung nicht verstehen, die Quelle nicht einordnen oder den Beleg nicht prüfen kann, fehlt die Marke möglicherweise in der Antwort.

Wenn ein potenzieller Kunde einen KI-Assistenten fragt, welche Anwaltskanzleien sich mit Fintech-Regulierung auskennen, welche Beratung stark in der KI-Transformation ist oder welcher Cybersecurity-Anbieter beim Thema Ransomware glaubwürdig ist – dann kann die Antwort die Shortlist bereits prägen, bevor überhaupt jemand eine Website aufruft.

Datenanalyse-Dashboard mit Traffic-Quellen und Suchmustern
KI-gestützte Suche verändert, wie Käufer zur Shortlist gelangen – bevor sie überhaupt eine Website besuchen.

McKinseys Schätzung von 750 Milliarden Dollar

McKinsey bezeichnet KI-gestützte Suche als die „neue Eingangstür zum Internet“. Die Analyse liefert konkrete Zahlen zu diesem Wandel:

50%der Verbraucher nutzen bereits KI-gestützte Suche
44%der KI-Suchnutzer sagen, sie sei ihre wichtigste Informationsquelle
750 Mrd. $an US-Verbraucherausgaben könnten bis 2028 über KI-Suche laufen
20–50%des klassischen Suchtraffics gelten als gefährdet

Für Vorstände sollte das unbequem sein. Das alte Sichtbarkeitsmodell ging davon aus, dass zuerst der Traffic kommt und die Überzeugung erst danach.

KI-Suche dreht das um. Überzeugung kann bereits vor dem Klick stattfinden.

Warum Marketingsprache bei KI versagt

Das lässt einen Großteil der heutigen Unternehmenskommunikation schwach aussehen. Ein Unternehmen bezeichnet sich als „führender Anbieter“. Es verkündet eine „strategische Partnerschaft“. Es verspricht „transformative Ergebnisse“. Diese Formulierungen mögen in einer Pressemitteilung normal sein, aber sie sind schwache Belege.

Sie sagen wenig aus. Sie sind schwer zu verifizieren. Sie sind nicht unterscheidbar. Und vor allem geben sie KI-Systemen kaum etwas, das sie zitieren könnten.

Eine bessere Aussage ist präzise. Sie enthält eine Zahl, ein Datum, eine benannte Person, eine benannte Organisation oder eine Quelle. Der Unterschied wird deutlich:

Die erste Aussage ist Marketingsprache. Die zweite ist ein Zitat.

Was die Forschung tatsächlich zeigt

Journalisten und Kommunikationsfachleute in einer modernen Redaktion
Presseberichterstattung ist nicht mehr nur für menschliche Leser gedacht. Sie kann auch Teil der maschinenlesbaren Reputationsakte werden.

Klassisches SEO bleibt wichtig. Starke Seiten, klare Struktur, technische Performance, autoritäre Backlinks und nützliche Inhalte zählen weiterhin. Aber KI-Sichtbarkeit fügt eine weitere Ebene hinzu. Die Frage ist nicht mehr nur, ob eine Seite ranken kann – die Frage ist, ob eine Tatsache als Beleg ausgewählt werden kann.

Aktuelle Forschung deutet darauf hin, dass beides nicht dasselbe ist. Eine Studie aus dem Jahr 2026 zu Google AI Overviews analysierte 55.393 Trend-Suchanfragen über 40 Tage und fand:

Dieser dritte Punkt sollte jedes Unternehmen beschäftigen, das sich nur auf klassisches SEO-Reporting verlässt. Eine Marke kann ranken und trotzdem übergangen werden. Eine andere Quelle kann zitiert werden, selbst wenn sie nicht unter den klassischen blauen Links steht.

Eine Studie zur LLM-Markenreputation aus dem Jahr 2026 ging noch weiter und analysierte 167.551 URL-gestützte Zitationen über 128 Marken, 12 Heimatmärkte und 13 Sprachen:

85,7%der KI-Zitationen verwiesen auf Drittanbieter-Quellen
14,3%verwiesen auf markeneigene Domains

Presseberichterstattung ist nicht mehr nur für menschliche Leser gedacht. Sie kann auch Teil der maschinenlesbaren Reputationsakte werden.

Dieser Befund sollte verändern, wie Unternehmen über PR nachdenken. Die eigene Website der Marke zählt, ist aber nicht die gesamte Beweislage. Was Verlage, Analysten, Verzeichnisse, Bewertungsplattformen, Branchenverbände und Fachportale über die Marke sagen, könnte einflussreicher sein als die eigenen Aussagen der Marke.

Wie gute Belege tatsächlich aussehen

Das bedeutet nicht, dass jeder bezahlte Artikel oder jede Pressemitteilung wertvoll ist. Dünne Werbeinhalte bleiben dünn. Die Zukunft gehört Inhalten, die tatsächlich verwendbar sind. Konkret Inhalte mit:

Genau hier hinken viele PR-Agenturen hinterher. Sie optimieren weiterhin auf Veröffentlichung statt auf Zitation. Ihnen ist wichtig, ob der Artikel online geht, ob er einen Link enthält und ob der Kundenname auftaucht. Das zählt weiterhin, reicht aber nicht mehr aus.

Die bessere Frage lautet: Welche Tatsache fügt dieser Artikel dem öffentlichen Wissensstand hinzu?

Für Unternehmen in der Londoner City zählt das branchenübergreifend. Compliance-Verantwortliche befassen sich bereits damit, was Glaubwürdigkeit im KI-Zeitalter erfordert. Dieselbe Präzision, die KI-gestützte Compliance wirksam macht, ist die Präzision, die eine Marke zitierfähig macht. Das Verhältnis der Finanzbranche zur Technologie wird bereits neu definiert, und die Beweisebene ist Teil dieser Neudefinition.

Was Vorstände fragen müssen

Anthropic-CEO Dario Amodei hat leistungsfähige KI als potenziell „ein Land von Genies in einem Rechenzentrum“ beschrieben. Das mag von der praktischen Kommunikationsarbeit weit entfernt klingen. Ist es aber nicht.

Wenn KI zur primären Informationsschnittstelle wird, muss sich jedes Unternehmen eine grundlegende Frage stellen: Was weiß die Maschine über uns?

Die meisten können das nicht richtig beantworten. Sie kennen ihre Rankings. Sie kennen ihren organischen Traffic. Sie kennen ihre Medienerwähnungen. Aber sie wissen nicht:

Diese Lücke wird gefährlich.

Die nächste Phase des Reputationsmanagements

Die nächste Phase des Reputationsmanagements wird nicht darin bestehen, das Internet mit Inhalten zu überfluten. Es wird darum gehen, eine sauberere Beweisebene zu schaffen:

Es bedeutet auch, eine harte Wahrheit zu akzeptieren: Marken kontrollieren KI-Antworten nicht. Keine seriöse Agentur kann eine bestimmte Zitation in ChatGPT, Claude, Gemini, Perplexity oder Google AI Overviews garantieren. Die Systeme ändern sich zu häufig, die Prompts variieren zu stark, und der Auswahlprozess der Quellen ist nicht vollständig einsehbar.

Aber Marken können die Qualität der über sie verfügbaren Informationen kontrollieren. Sie können ihre Aussagen klarer formulieren. Sie können bessere Belege veröffentlichen. Sie können stärkere Drittberichterstattung erreichen. Sie können Fakten so strukturieren, dass sie leichter zu extrahieren, zu zitieren und zu belegen sind.

Das ist die eigentliche Chance hinter KI-Zitationen. Kein Trick des Systems. Kein Kauf von Erwähnungen. Keine Vorspiegelung, dass Generative Engine Optimization Magie sei. Nur die öffentliche Faktenlage rund um ein Unternehmen nützlicher machen.

Zwanzig Jahre lang kämpften Marketer darum, gerankt zu werden. Jetzt müssen sie darum kämpfen, zitiert zu werden.

Die Unternehmen, die gewinnen werden, sind nicht diejenigen mit den meisten Adjektiven in ihren Pressemitteilungen. Es werden diejenigen mit den klarsten Belegen sein.

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