Bankwesen

Neue Spekulationen über eine Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank

Die Idee einer nationalen Bankenfusion taucht in Deutschland alle paar Jahre wieder auf, meist ohne Ergebnis. Veränderte Eigentümerstrukturen bei der Commerzbank geben der Debatte diesmal neuen Auftrieb.

By City PM
Fassade eines Bankgebäudes in einem Finanzviertel

Kaum ein Thema im deutschen Bankensektor kehrt so zuverlässig wieder wie die Frage, ob Deutsche Bank und Commerzbank irgendwann fusionieren sollten. Bereits 2019 scheiterten offizielle Fusionsgespräche an unterschiedlichen Vorstellungen über Bewertung, Arbeitsplätze und Restrukturierungskosten. Seitdem taucht die Idee in unregelmäßigen Abständen erneut auf, sobald sich die Eigentümerstruktur einer der beiden Banken verändert.

Das grundsätzliche Argument für eine Fusion hat sich kaum verändert: Deutschland hat, gemessen an der Größe seiner Wirtschaft, keine Großbank, die international mit den führenden amerikanischen oder chinesischen Instituten mithalten kann. Eine Fusion der beiden größten inländischen Privatbanken würde rechnerisch einen deutlich größeren nationalen Champion schaffen.

Die Fusionslogik überzeugt auf dem Papier seit Jahren. Umgesetzt wurde sie trotzdem nie – ein Hinweis darauf, dass die praktischen Hürden größer sind als das strategische Argument.

2019Jahr, in dem offizielle Fusionsgespräche zwischen beiden Banken ergebnislos endeten

Warum es trotzdem schwierig bleibt

Die Hindernisse, die die Fusion 2019 scheitern ließen, sind größtenteils unverändert. Beide Banken bringen unterschiedliche IT-Systeme, überlappende Filialnetze und eine gewerkschaftlich gut organisierte Belegschaft mit, die einem großflächigen Stellenabbau erheblichen Widerstand entgegensetzen würde. Politische Sensibilität kommt hinzu: Der Bund hält weiterhin einen Anteil an der Commerzbank aus der Finanzkrisen-Rettung, was jede Übernahme automatisch zu einer politischen und nicht nur wirtschaftlichen Entscheidung macht.

Für Investoren bleibt die realistische Einschätzung, dass eine Fusion zwar strategisch nachvollziehbar bleibt, aber an denselben strukturellen Hürden scheitern könnte wie beim letzten Anlauf – es sei denn, ein externer Auslöser wie ein feindliches Übernahmeangebot eines ausländischen Instituts zwingt beide Seiten zu einer schnelleren Entscheidung, als sie es aus eigenem Antrieb wählen würden.

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